unsere Produkte

Wir machen Honig, aber auch Met, Propolis und anderes.

 

In erster Linie dient die Produktion unserer Hobby-Imkerei der Selbstversorgung unserer siebenköpfigen Familie mit Bienenprodukten. Überschüsse werden im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis zur Aufbesserung der Taschengeldkasse unserer "Jungimker" vermarktet. Einen Internetshop haben wir nicht, freuen uns aber über neue Kundschaft: In der Regel läuft die Vermarktung über Kontakte der Kinder, über Arbeitskollegium, Nachbarschaft, Gemeinde usw.:

  • Honig verkaufen wir im bekannten 500g-Glas des Deutschen Imkerbundes mit dem grünen Gewährstreifen je nach Sorte für 5 € oder 6 €.
  • Das Kittharz der Bienen bzw. Propolis gibt es (als Tinktur gelöst in Ethanol/Trinkalkohl) in 5ml-Fläschchen mit Pipette und aus rechtlichen Gründen nur für enge Familienangehörige, da wir keine Apotheke sind.
  • Propolis 2. Wahl lösen wir in Brennspiritus und nutzen es als Imprägnierung für unsere Bienenkästen (als Anstrich).
  • Das Wachs verwenden wir wieder in der eigenen Imkerei, um den Bienen Mittelwände (Wachsplatten) für den Wabenbau zu gießen. In der Weihnachtszeit stellen wir aber auch einige Bienenwachskerzen her. Auch Wachstücher für den Haushalt werden von unserem Bienenwachs hergestellt.
  • Met (Honigwein) füllen wir in 500ml-Flaschen und trinken ihn selbst oder geben ihn privat weiter.
  • Bienenvölker, Ableger oder Königinnen gibt es nur auf Vorbestellung/Nachfrage. Vorrangig werden eigene Schüler(innen) bedacht, die in meinen Kursen mit dem Imkern begonnen haben. Außerdem beschicken wir wegen der Sanftmut unserer Bienen auch Schulimkereien.
    Preise für Vereinskolleginnen/-Kollegen und Schülerinnen/Schüler bei Selbstabholung und Umsetzen in eigene Beute:
    Ableger ab Ende März (ca. 5 bis 7 Waben): 89,- €
    Vollvölker für 11,- € pro besetzter Wabe
    Königinnen, begattet, gezeichnet u. i.d.R. mit gestutztem Flügel ab Ende Mai bis Juli: 19 €, ggf. zzgl. Versand

Beuten- und Rähmchendesinfektion: Was bringt's? - Wie?

#Vulcano #macaricos com bomba #làmparas de soldar con bomba #Lötlampe mit Pumpe #soldering lamp with pump
Thermische Rähmchendesinfektion: Joel hat Spaß mit der alten Vulcano-Lütlampe, die noch mit Benzin betrieben wird.

Wann und warum desinfizieren?

Jede Beute war früher vor der Neubesetzung mit einer Lötlampe innen abzuflammen. So wurde es mir vor vier Jahrzehnten noch beigebracht. Das war in einem Bienenhaus mit Hinterbehandlungsbeuten kein ungefährliches Unterfangen und musste streng beaufsichtigt werden.

 

Die Idee einer möglichst keimfreien Beute gilt heute hingegen weitgehend als überholt, da die meisten Keime "omnipräsent" sind und für eine Erkrankung meist mehrere Faktoren zusammenkommen müssen. Der Varroabelastung eines Volkes kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da die Varroa die Völker schwächt und selbst als Überträger etlicher Viren gilt. Auch sind andere Übertragungswege, wie Wabentausch und Bienenverflug, viel bedeutsamer als die mutmaßliche Belastung der kahlen Beutenwand mit Krankheitskeimen. Es macht wenig Sinn, eine unverdächtige Beute innen abzuflammen, um anschließend einen Sammelbrutableger mit Brutwaben aus X Völkern darin zu bilden. Das ist in doppeltem Sinne nicht "zeitgerecht". Ganz abgesehen davon, dass ein Sammelbrutableger nach unserer Auffassung auch nicht "bienengerecht" ist, weswegen wir maximal Bienen aus zwei Völkern vereinigen, was in größeren Imkereien so aber nicht unbedingt umgesetzt werden kann.

  

Heute imkern wir in unserer Familienimkerei und in den Schulimkereien ausschließlich mit Magazinen, teils in Kunststoffmagazinen. Ein Ausflammen ist die Ausnahme, auch bei den Holzmagazinen. Die Magazine dienen als Wabenlager, Wabenständer und Transportkiste und kommen wechselseitig bei verschiedenen Völkern, etwa bei der Honigernte, ständig direkt wieder zum Einsatz, ohne sie vorher auszuflammen.

 

Reinigung der Magazine

Meist reicht eine mechanische Reinigung, bei der mit dem Stockmeißel alte Wachs- und Kittharzreste abgekratzt werden. Sollte eine Beute einmal auffällig verkotet worden sein, macht die gründlichere Reinigung wie das Abflammen der Holzbeuten sowie die Säure- oder Laugenbehandlung der Kunststoffbeuten schon eher Sinn. Auch wird man so ggf. verfahren, wenn man benutzte Beuten unbekannter Herkunft erworben hat. Aber ansonsten wird auch bei eingegangenen Völkern i.d.R. kein Abflammen nötig sein: Die verbreitetste Ursache der Völkerverluste ist heute sicherlich die Varroa und die entsprechend eingegangenen Völker sind fast Bienenleer. Da gibt es nicht viel abzuflammen!

 

Wenn es doch einmal sein soll, weil z.B. die Beute innen verkotet wurde, kann man wie folgt verfahren: Wer einen Hochdruckreiniger hat, soll doch besser diesen zum Einsatz bringen und die Kunststoffbeuten mit heißem Wasser und entsprechendem Druck reinigen. Wir nutzen bei den Kunstoffbeuten falls einmal nötig die 60%ige Essigsäure, die wir ohnehin gegen die Wachsmotten einsetzen oder Alkohol (Brennspiritus) zur Reinigung der Kunststoffbeuten. Das meist überflüssige Abflammen der Holzteile werden wir unten dennoch genauer erklären und im Film demonstrieren.

  

Bei wirklich gefährlichen Keimen, nämlich der meldepflichtigen Bösartigen Faulbrut (AFB), wird man den amtlichen Anweisungen folgen, besonders gründlich vorgehen oder sogar besser einen sauberen Schnitt wählen: Ich kenne einen Fall, bei dem die Beuten in einem Erdloch gänzlich verbrannt wurden.

 

Gefahren-Nutzen-Abwägung

Einer unserer Grundsätze des Imkerns für die Familien- und Schulimkerei heißt "kindgerecht". Das hat Auswirkungen etwa bei der Wahl eines handlichen Wabenmaßes, stellt aber auch den Umgang mit Gefahrenstoffen in Frage, die in anderen Imkereien vielleicht üblich und zur Beutendesinfektion nötig sind: Säuren, Laugen und Feuer (außer im Smoker) kommen zumindest in der Schulimkerei möglichst nicht zum Einsatz. Wenn tatsächlich einmal eine Beute abgeflammt werden soll, weil sie z.B. verkotet ist, erledige ich das ohne Beisein der Kinder selbst. Zu Hause dürfen meine eigenen Kinder je nach Alter zwar mehr, aber auch da muss ich sie zumindest bei gefährlichen Arbeiten je nach Alter beaufsichtigen.

 

Die Empfehlungen für teils noch minderjährige Neuimker:innen in allen möglichen Veröffentlichungen, Foren, Filmchen, Vereinen oder Kursen, dass Beuten stets entsprechend zu desinfizieren seien, halte ich für fahrlässig: Die Gefahr einer Bienenvolkerkrankung wiegt doch deutlich schwächer als die Gefahr eines Bienenhausbrandes oder verätzter Augen. Auch wenn z.T. ganze Tauchbäder in Natronlauge oder sonstigen Flüssigkeiten empfohlen werden, ohne dass die Betroffenen damit richtig umzugehen wissen oder wie das Zeug später wieder umweltgerecht entsorgt werden soll, ist das problematisch!

#Gasbrenner #Bienen #imkern #Beuten #Rähmchendesinfektion #Ausflammen
Beuten und Rähmchen lassen sich mit einem Gasbrenner aus- bzw. abflammen. Es ist aber in aller Regel überflüssig!

Gefahrenhinweise

Daher erfolgen an dieser Stelle erst einmal die grundlegendsten Sicherheitshinweise, die offenbar keinesfalls selbstverständlich sind, wenn man sich etwa besagte Filmchen anschaut.

 

Umgang mit Säure:

Selbst bei der von uns verwendeten 60% Essigsäure sollte man entsprechende Schutzkleidung, vor allem säurefeste langärmelige Handschuhe, einen Gummischurz und Gummistiefel sowie eine für solche Arbeiten zugelassene Schutzbrille tragen, die auch seitlichen Spritzschutz bietet (nach EN 166 mit dem Kurzzeichen 3 für Flüssigkeiten auf dem Gestell/Tragkörper), keine bloße Schutzbrille gegen Prallpartikel von vorne, die man vielleicht beim Sägen verwendet. Die Brille soll auch vorher geprüft werden, dass sie unbeschädigt ist. Oft sind die Gläser derart verkratzt, dass man kaum noch durchschauen kann und daher unversehens die Säureflasche umwirft. Da sollte man lieber früher in eine neue Schutzbrille investieren und immer eine unbenutzte, frisch verpackte in Reserve haben. Selbstverständlich darf bei solchen Tätigkeiten auch nicht nebenbei gegessen und getrunken werden.

 

Wenn dennoch vergossene Säure irgendwo auf die Kleidung gerät, muss das Kleidungsstück ohne Scham vor Blöße gegenüber Umherstehender direkt abgelegt und die betroffene Hautpartie mit reichlich Wasser gespült werden. So ein dicker Jeansstoff bspw. saugt sich langsam voll und gibt den vermeintlich kleinen nassen Fleck auch nur zeitverzögert nach innen ab, wobei die Haut aufgrund ihrer natürlichen Schutzschicht auch nur zögerlich mit Schmerzen und Rötungen reagiert. Dann ist der Schaden aber bereits da, wenn man die brennende Rötung auf der Haut bemerkt. Daher sollte möglichst auch fließend frisches Wasser für Haut- und Augenspülungen vor Ort sein, was nicht immer ganz einfach ist, weil die Arbeiten wegen der dringend notwendigen Belüftung möglichst im Freien durchgeführt werden sollen, ansonsten besteht auch Verätzungsgefahr der Atemwege.

 

Vorsichtsmaßnahmen beim Abflammen

Nebst dem Feuer selbst stellt vor allem die Verpuffung unverbrannter Gase (z.B. Propan, Butan oder entsprechender Gemische) eine oft unterschätzte Gefahr dar. Das Gas ist schwerer als Luft und sammelt sich in Vertiefungen. Daher sind Wannen oder Schubkarrenmulden äußerst ungeeignet für solche Tätigkeiten! Wenn der Brenner bei der Tätigkeit vielleicht kurz abgelegt und der Gashebel losgelassen wird, regelt sich abrupt die Flamme herunter und erlischt gerne. Bei intakten Geräten sorgt ein Thermofühler mit entsprechender Abschaltautomatik zwar nach einer gewissen Zeit auch für eine Unterbrechung der Gaszufuhr, falls die Flamme erlischt. Bis dahin kann aber schon einiges Gas unverbrannt ausgeströmt sein. Diese Sicherheits-Funktion wird in privaten Betrieben auch nicht unbedingt geprüft und überwacht. Dabei sollte man im eigenen Sicherheitsinteresse den Brenner gut warten und auch Anbauteile, wie Schlauch und Druckminderer spätestens zum aufgedruckten Ablaufdatum tauschen sowie auf das Prüfdatum der Gasflasche selbst achten.

Wenn man sich dem erloschenen Brenner wieder zuwendet und vielleicht neu zünden möchte, kann sich über solchen Mulden wie der Schubkarre eine plötzliche Stichflamme mit entsprechenden Verbrennungs- und Verletzungsgefahren ergeben. Aber auch Sachschäden sind bekannt, etwa wenn das Gas über einen Gully in die Kanalisation gelangt und dort verpufft. Also: Nicht über irgendwelchen Senken, Wannen oder Gullys mit Gas arbeiten!

 

Statt dessen sucht man sich eine möglichst erhabene schwer entflammbare Fläche fernab der Gebäude im gut belüfteten feuchten Freigelände. Selbstverständlich dürfen solche Tätigkeiten auch schon wegen des Funkenfluges nicht bei Waldbrandgefahr und Dürre ausgeführt werden. Und es sollten stets geeignete Löschmittel in greifbarer Nähe sein, falls doch einmal etwas in Brand gerät.

 

Wichtig ist noch, dass man stets mit möglichst geradlinig ausgelegtem, aber nicht gespanntem Gasschlauch fernab der Gasflasche und von dieser weg arbeitet. Die Flamme darf nie in Richtung gasführenden Schlauch schlagen! Die Gasflasche muss kippsicher auf festem Untergrund stehen. Nach Gebrauch darf sie aus den oben schon erklärten Gründen nicht in geschlossenen Räumen verwahrt werden. Man schließt sie z.B. in eine überdachte und beschattete Gitterbox im Freien oder den belüfteten Deichselkasten eines Wohnwagens.

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Nie wieder Mäusegitter! Auf den Flugschlitz kommt es an.

#Bienen #Flugloch #Bienenstock #Bodenbrett Beute
Ein 6 bis 7mm hoher Flugschlitz erleichtert auch den Zulauf: Biene dreht sich, um innen an der Front hochlaufen zu können. Die Verteidigung gelingt auch besser.

Hilferufe wegen Pollenfalle

Der Verdruss und Ärger in der Imkerschaft war dieses Jahr besonders groß, wenn man sich an die allgemeinen Empfehlungen mit den Mäusegittern hielt. Diese sollen ja erst jetzt zur Weidenblüte entfernt werden, aber 2021 boten warme Flugtage zur Hasel- und Erlenblüte bereits im Februar und März erstklassige Sammelmöglichkeiten für die aufstrebenden Bienenvölker. Viele erlebten nun ihr "gelbes" Wunder, wenn Sie an den Bienenstand kamen: Mancherorts sah es aus, als hätte ein Kieslaster seine Ladung vor den Völkern abgeschüttet, so viele verlorene Pollen lagen vor den Völkern. Pollen, der dringend für die Brutaufzucht benötigt worden wäre, da anschließend wieder ein Kälteeinbruch ohne Sammelmöglichkeit folgte.

#Mäusegitter #Flugloch #Bienen
Der Unsinn mit den Mäusegittern, die man sich selbst zurechtschneidet, wird oft von "Profis" empfohlen.

Der Quatsch mit den Mäusegittern

Die Mäusegitter halte ich für eine Beschäftigungsmaßnahme Unterbeschäftigter: Im Herbst und Frühjahr soll man stets zur rechten Zeit an den Ständen sein und hätte dieses Frühjahr sogar die Gitter öfter an- und ab-stecken müssen, damit sich keine Maus an fluglosen Tagen in den Stock verzieht.

Da behilft man sich besser mit einem Fluglochkeil, der den Flugschlitz in der Höhe auf 6 bis 7 mm verengt oder nutzt notfalls die gezahnten Fluglochschieber aus Kunststoff, die es im Handel gibt: Das ist alles besser als die kalten Metallgitter, die man sich selbst zurechtschneidet und durch die sich die Bienen besonders ungern zwängen und die auch die Reinigungsflüge im Winter erschweren, zumal sie auch vereisen können.

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Frühjahrsdurchsicht einzargiger Ableger

#Bienenvolk #Ableger #imkern
Dieser Ableger sitzt ganz randständig rechts: Der Wabensitz soll neu ausgerichtet werden.

Minimalismus statt Raffinesse

Um die imkerlichen Betriebsweisen herrscht ein (Wett-)Streit, welche die bessere sei. Im Moment ist das Schieden im angepassten Brutraum wieder recht modern, was von anderen kategorisch abgelehnt wird. Wir sehen das gelassener und wollen auch unseren Neuimker/innen ermöglichen, ihren eigenen Weg zu finden.

Wir selbst schieden nicht und lehren das auch nicht, weil wir mit möglichst wenigen Eingriffen durchs Bienenjahr kommen wollen. Wir stellen damit aber andere Betriebsweisen nicht grundsätzlich in Frage.

 

Erste Völkerdurchsicht

Auch jetzt, Anfang April, haben wir längst noch nicht alle Völker durchgeschaut: Es reichte uns ein Anheben der Völker zur Gewichtskontrolle oder im Zweifel ein schneller Blick unter die Folie, ob noch verdeckeltes Futter zu sehen ist. Die Fluglochbeobachtungen zeigen uns, dass alles in Ordnung ist, wenn die Sammlerinnen eifrig Pollen eintragen. Da wir ohne Mäusegitter imkern, mussten wir noch nicht einmal diese entfernen und die Bienen konnten durch den freien Ausgang auch selbst ihr Bodenbrett vom Totenfall reinigen. Lediglich für die Futterkranzprobe zur Erlangung des Gesundheitszeugnisses mussten wir notgedrungen die Völker öffnen und einige Waben ziehen, wie wir bereits in gesondertem Beitrag gezeigt haben.

Das Volk wurde neu mittig ausgerichtet. Eine Leerzarge dient als Wabenständer und Transportkiste.
Das Volk wurde neu mittig ausgerichtet. Eine Leerzarge dient als Wabenständer und Transportkiste.

Einzargig oder zweizargig?

Unsere Vollvölker überwintern grundsätzlich auf zwei Zargen, so dass auch nicht so schnell eingegriffen werden muss: Die Königin hat i.d.R. genügend Platz für das Brutnest trotz vielleicht noch üppiger Futtervorräte. Wir werden in einem gesonderten Beitrag die Frühjahrsdurchschau der zweizargigen Vollvölker betrachten.

Bei einzargigen Ablegern ist die Überwinterung etwas schwieriger: Man muss schon bei der Auffütterung im Sommer aufpassen, dass das Brutnest nicht zu schnell eingeschnürt wird. Bei der Überfütterung eines Einzargers im Deutsch-Normal-Maß überwintert das Bienenvolk nach eigener Beobachtung schlechter, weil die Traube in den Unterboden durchhängen muss, wenn es nicht die vollen Futterzellen alle miterwärmen will. 

 

Ausrichtung am Flugloch

Die Bienen richten ihren Sitz nach dem Flugloch aus. Damit die Bienen sich nicht durch die Winntersonne zu schnell aus der Wintertraube locken lassen, beschatten wir gerne die Fluglöcher etwas. In vorliegendem Fall hatte ich das so ungeschickt gemacht, das dem Volk ein seitliches Flugloch suggeriert wurde, an dem es sich orientierte. Das Volk saß mit seinem Brutnest ganz rechts an der Wand.

 

Sieben Ziele der Frühjahrs-Durchschau:

  1. Wie bei jeder Durchschau achten wir auf WeiselrichtigkeitVolksstärke u. -Entwicklung: Bei der Durchschau Ende März fiel auf, dass zwar verdeckelte und jüngste Brut (Eier und kleine Maden) vorhanden waren, aber kaum dickere Rund- und Streckmaden, was auf die zurückliegende Kaltwetterphase zurückzuführen ist, in der das Brutnest der Völker zurückgefahren wurde.
  2.  Natürlich achten wir bei der Durchschau auch auf Krankheitssymptome, wie z.B. Kalkbrut, die uns in vergangenen Jahren schon bei einigen Völkern Probleme bereitete. In einem solchen Fall würde man das Volk lieber noch eng halten und ggf. weitere Schritte überlegen.
  3. Wir achten auf die (Neu-)Ausrichtung des Bienensitzes, wie im vorliegenden Fall, damit sich das Brutnest gleichmäßig entwickeln kann: Das Brutnest bildet die thermische Zentrale des Volkes. Die Königin kann weiterhin in großen Kreisbahnen ihr Brutnest erweitern. Bei mittigem Brutnest werden die Futtervorräte auch wunschgemäß an den Seiten und später oben im Honigraum abgelagert. Das Brutnest soll nicht "verhonigen" und ein so ausgerichtetes Volk bereitet später im Jahr weniger Arbeit.
  4.  Wabenerneuerung: Leerwaben, Mittelwände, Baurahmen: Entsprechend Pkt. 3 wird auf freie Brutzellen kontrolliert und ggf. der Königin Platz für die Eiablage geschaffen, indem möglichst Leerwaben an das Brutnest gehängt werden und überschüssige Futterwaben oder schimmlige Altwaben entnommen werden. Bei älteren zweizargigen Völkern ist die Entfernung der Altwaben aus der unteren Zarge ein gesondertes Thema. Im Falle der hier betrachteten Jungvölker wird es sich jedoch höchstens um stockige Randwaben handeln, da die einzargigen Völker ja erst im letzten Sommer mit der Brut begonnen haben und entsprechend keine alten Brutwaben besitzen. Da mit zunehmender Tracht auch der Bautrieb im Volk wächst, können auch schon Mittelwände gegeben werden, wenn genügend Leerwaben zur Eiablage existieren. Mindestens sollte ein Baurahmen zur Errichtung des Drohnenbaus vorhanden sein. In der Regel belassen wir über Winter einen ausgebauten Drohnenrahmen im Volk, so dass das Volk auch direkt im Frühjahr Drohnen erzeugen kann, die wir zur Varroareduktion erst einmal nach der Deckelung entfernen. In diesem Jungvolk musste erst noch ein Drohnenrahmen gegeben werden. Auf die Anfangsstreifen im Baurahmen kann verzichtet werden, wenn dieser zwischen fertig ausgebaute Waben gehängt wird. 
  5. Pollenwaben sollen dem Volk aber bleiben und sollen auch nicht aus Gründen übertriebener Wabenhygiene entfernt werden, wenn sie schon einmal bebrütet sind. Sie sind für die Volksentwicklung gerade jetzt besonders wichtig! Sie gehören an den Rand des Brutnestes und wirken wie ein Schied. Daher sind sie, wie im Film gezeigt ggf. behutsam zu verschieben, um die Erweiterung des Brutnestes zu ermöglichen. Jungvölkern, die es noch nicht vermochten, genügend Pollenvorräte anzulegen kann an schlechten Standorten ggf. besser sogar eine Pollenwabe zugehängt werden. Wir haben durch Bepflanzungen vor allem mit der Kätzchenweide aber für viel Naturpollen im Frühjahr gesorgt.
  6. Der Futtervorrat muss aber noch großzügig bemessen werden und der Futterstrom darf auch nicht abreißen: Das Futter muss auch an kalten Tagen erreichbar bleiben. In vorliegendem Fall war auf den Brutwaben selbst jeweils hinten (fluglochfern) dick Futter vorhanden, so dass die Randwaben etwas großzügiger abgerückt werden konnten. Die Abschätzung der Futtervorräte hängt auch von örtlichen Gegebenheiten der zu erwartenden Tracht und des zu erwartenden Wetters sowie von der jeweiligen Volkstärke ab.
    Erst bei der Honigraumgabe in einigen Wochen (Raps- oder Kirschblüte) wird rigoroser das Winterfutter entfernt, um ein Umtragen in die Honigwaben zu verhindern. Aber auch zu dem Zeitpunkt können dann die Randwaben im Brutraum für Schlecht-Wetter-Phasen mit Futter verbleiben, da sich das Brutnest nicht bis an den Rand der Zarge ausdehnen wird. Wir setzen vorher eine zweite Brutzarge unter, was ggf. sogar zeitgleich mit der Honigraumfreigabe geschieht, um uns und den Bienen überflüssige Arbeitseingriffe zu ersparen.
    Sollte aber bereits jetzt, Ende März/Anfang April, aus welchem Grund auch immer, zu wenig Futter im Volk sein, so dass der Übergang bis zur Honigraumfreigabe nicht gewährleistet ist, wird einfach eine Futterwabe zugehängt, die andernorts entnommen wurde. 
  7. Reizung: Durch einige Tricks kann nun auch behutsam der Bruttrieb des Volkes beflügelt werden. Das ist auch von der jeweiligen Situation und Volkseinschätzung abhängig. So können Futtervorräte aufgeritzt werden, um ein Umtragen des Futters durch die Bienen zu erzwingen oder sogar, wie im Film gezeigt, die ganze Zarge gedreht werden, damit die Bienen sich über das dann am Eingang befindliche Futter hermachen. Ein Großteil des so "umgetragenen" Futters wird bei dieser Aktion direkt verbraucht bzw. in "Brut umgesetzt", wie man sagt, obgleich das so natürlich nicht ganz richtig ist. Der Königin und ihrem Hofstaat wird vielmehr ein hereinkommender Futterstrom suggeriert. Auf Reizfütterungen durch Flüssigfutter oder Futterteig verzichten wir gänzlich.
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Wachstücher herstellen

#Wachstuch herstellen
Eigenes reines Bienenwachs wird auf dem sauberen Baumwolltuch verteilt.

Plastik vermeiden

Plastikvermeidung fängt im Haushalt an: Statt ständig Frischhaltefolien über offene Gefäße zu spannen oder um den Käse oder das Pausenbrot einzuwickeln, kann man wie früher das gute alte Wachstuch verwenden!

 

Baumwolltuch

Das gewünschte Baumwolltuch wird vorgewaschen und auf Wunschgröße geschnitten. Dabei kann auch eine Zick-Zack-Schere verwendet werden. Die Ränder fransen durch die spätere Wachsbehandlung nicht aus und brauchen nicht umgenäht zu werden.

 

Wachs auftragen

Das bereits gebügelte Tuch wird glatt auf ein Backpapier gelegt und das Wachs möglichst feinkrümelig darauf verteilt. Im Handel gibt es dafür fertige Wachspastillen. Wir verwenden natürlich unser eigenes Bienenwachs aus unserer Familienimkerei. Es hat sich bewährt, wenn das Wachs vorher eingefroren wird, damit es möglichst hart und bröselig ist. Wir haben auch schon vom Wachsblock mithilfe einer Küchenraspel Wachsflocken erzeugt. Einfacher geht es, wenn man aus der Mittelwandproduktion der Imkerei dünne Wachsreste hat. Diese können mittels Nudelholz noch feinkörniger zerkrümelt werden. Das Wachs sollte aus frischem Jungfernbau der eigenen Imkerei oder der Imkerei eures Vertrauens stammen, damit es keine Schadstoffe enthält.

 

Beim Bügeln verwendet man transparentes Backpapier und beobachtet den Vorgang.
Beim Bügeln verwendet man transparentes Backpapier und beobachtet den Vorgang.

Bügelmethode als Partyspaß

Wir zeigen hier und in nachfolgendem Video die Methode mit dem Bügeleisen. Man kann Wachstücher auch im Backofen erzeugen, aber der Bastelspaß ist größer, wenn die Beteiligten ihr eigenes Wachstuch selbst durchs Bügeln herstellen können. Kindern sollte hierbei je nach Alter und Vorerfahrung geholfen werden, damit sie sich nicht verbrennen und das Bügeleisen nicht später wachsverkleckert ist: Denn vor dem Bügeln wird unbedingt ein zweites Backpapier aufgelegt! Das Bügeleisen kann für ein schnelles Arbeiten ruhig auf "Baumwolle" gestellt werden, das Bienenwachs schmilzt aber auch bereits unter 70° C. Zwischenzeitlich wird Wachs nachgelegt, bis das ganze Tuch wachsdurchdrängt ist. Wenn zu viel Wachs aufgelegt wurde, so dass sich ein später kaum rollbares "Wachsbrett" ergibt, kann man einfach schon das nächste Wachstuch mit einlegen, das beim Bügeln dann überschüssiges Wachs aufsaugt. Wenn das Wachs feinkrümelig und gleichmäßig verteilt ist, geht der Bügelvorgang jedoch recht schnell und unkompliziert.

 

In nachfolgendem Video demonstrieren wir die Arbeitsschritte noch einmal anschaulich. Die Wachstücher werden zum Schluss gerollt und eignen sich natürlich auch als kleines Präsent und Mitbringsel. Zur Nachahmung wärmstens empfohlen!

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Bienenwachs beim Ostereierfärben

#Ostereier bemalen #Ostereier färben
Die gekochten Ostereier werden vor dem Färben mit Bienenwachs bemalt.

Eierwahl

Da wir keine eigenen Hühner mehr haben, müssen wir uns mit gekauften Eiern begnügen. Natürlich greifen wir zu Bio-Eiern! Es eignen sich sowohl weiße als auch braune Eier. Die Eier werden vor dem Färben nicht zu hart gekocht, da sie zum Schluss ggf. noch einmal in den Umluftherd müssen, um das Wachs wieder zu entfernen (s.u.).

 

Bienenwachs erwärmen

Wir verflüssigen zunächst unser eigenes Bienenwachs in einem Kochtopf auf der Induktionskochplatte bei etwa 80°C.

Das Wachs bleibt aufgrund der Menge länger flüssig und erhärtet erst wieder, wenn es etwa auf 65° bis 60°C abkühlt. Wir erhitzen das Wachs aus Sicherheitsgründen nicht auf offener Flamme (Gasherd), sondern mit unserer ohnehin von Wachsarbeiten verkleckerten Induktionskochplatte. Wer so etwas nicht hat, kann das Wachs auch im Wasserbad erhitzen, damit es nicht zu heiß wird oder überkocht.

 

Zeichengerät

Mit geeigneten Geräten, wie bspw. einem Streichholz, an dem man zum besseren Zeichnen noch eine Stecknadel befestigen kann, werden nun die Eier mit Wachs verziert, was besonders gut gelingt, wenn die Eier vom Kochen noch gut warm sind und das Wachs nicht so schnell erhärtet. Das Bienenwachs soll dabei lediglich die Stellen versiegeln, die später nicht mit eingefärbt werden. Zum Malen kann man aber auch einen Schraubenzieher oder einen Metallstab verwenden, den man in der Flamme der Kerze oder des Gasherdes etwas vorwärmt, damit das Wachs nicht so schnell erhärtet.

 

Naturfarben

Zum Färben nehmen wir bereits abgekühlte Naturfarben. Sonst haben wir auch Zwiebelschalen gesammelt, deren Sud ein tolles Färbemittel abgibt. Dieses Jahr färben wir mit Rote Bete (=rot), Rotkohl, dem beim Kochen Küchennatron zugesetzt wird, damit die Färbung sich Richtung blau bis grün verfärbt. Für die gelbe Farbe wählen wir Gelbwurz (Kurkuma).

 

 

#Ostereierfärben #Naturfarben
Die Eier werden in der kalten Naturfarbe gebadet, damit das Wachs nicht schmilzt.

Färbeprozess 

Die vorgekochten Farben müssen zum Färben bereits wieder abgekühlt sein, damit die Wachskunstwerke auf der Eierschale nicht vorzeitig wegschmelzen und die Eier nicht noch härter werden. Die Eier werden je nach gewünschter Farbintensität für fünf bis fünfzehn Minuten in die vorbereiteten schmalen Gefäße (z.B. Konservendosen) in der kalten Farbe gebadet, bevor das nächste Ei in die selbe Dose darf. Damit sich die Farben nicht vermischen, muss man für jede Dose einen separaten Löffel verwenden, um die Eier herauszuholen und einzutauchen!

 

Bienenwachs entfernen bzw. verreiben

Zum Schluss wird das Bienenwachs wieder entfernt, um das Muster freizulegen. Um die Farbe dabei nicht wieder abzuwaschen, darf das nur mit warmer Luft geschehen: Am einfachsten geht das mit einem Industrieföhn. Wenn man die Eier nicht schon zu hart vorgekocht hat, kann man sie auch bei Umluft und 80°C für ein paar Minuten in den Backofen auf Backpapier oder besser noch saugfähige Tücher legen, damit das Wachs schmilzt. Das heiße flüssige Restwachs wird schön auf der Eierschale verrieben!

 

Wir demonstrieren das Ganze nun noch in einem Video:

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Pollen und Pollenersatzstoffe

#Biene auf Krokus #Krokusblüte
Krokusse gehören zu den Frühblühern und werden von Bienen gerne beflogen.

Finger weg von Pollenersatzstoffen!

Was da an Rezepturen im Internet kursiert, ist schon nicht mehr schön: Backt lieber mit den Kindern einen Kuchen, statt einen "Eiweißteig" für eure Bienen herzustellen. Auch die im Handel kaufbaren Ersatzstoffe ersetzen keinen natürlichen Pollen. Das vermeintliche "Doping" der Bienen tut diesen nicht gut. Darauf haben viele Expertinnen und Experten wiederholt verwiesen.

 

Pollenwaben im Volk belassen!

Pollenwaben überbrücken als "Speisekammer" jene Schlechtwetterphasen im Frühjahr, in denen nicht genügend Pollen ins Volk kommt, dieses bei wachsendem Brutgeschäft aber erhöhten Bedarf hat. Daher soll man auch nicht aus Übereifer der Wabenhygiene wertvolle Pollenbretter leichtfertig entfernen. Die Bienen haben den Pollen aus dem Vorjahr entsprechend konserviert. Das Pollenangebot im Herbst ist daher ebenso wichtig wie ein reich gedeckter Naturgabentisch im Frühjahr.

 

Mehr als ein bloßer Eiweißlieferant

Oft wird Pollen auf seine Funktion als wichtiger Eiweißlieferant reduziert. Aber Pollen bieten den Bienen auch andere lebenswichtige Stoffe von Vitaminen und Mineralien bis hin zu Fetten. Die Zusammensetzung ist von Pollen zu Pollen unterschiedlich und ein vielfältiges Pollenangebot ist daher besonders wichtig. Der Pollen bloßer Windbestäuber, wie bspw. auch der Mais, aus dem im Sommer unsere Bienen noch viel eintragen, gilt eher als minderwertig.

 

Imkern ohne Mäusegitter:

Wer wie wir ohne Mäusegitter imkert, was bei entsprechend niedrigem Flugschlitz möglich ist, verschenkt auch keinen Pollen, den die Bienen sonst am Gitter abstreifen. Gerade der frische Pollen an den ersten Flugtagen aus Hasel, Erle oder Krokus und Schneeglöckchen weckt die Lebensgeister des Bienenvolkes. Der Frust bei Bienen und Betreuer/in ist groß, wenn das Gitter noch bis zur Weidenblüte verbleibt, wie fahrlässig von vermeintlichen Profis propagiert wird. Selbst der natürliche Pollen von Windbestäubern ist allemal wertvoller als selbst gerührter Ersatz und darf nicht verschenkt werden.

 

Weidenblüte

Von ganz herausragender Bedeutung für die Bienen und deren Volksentwicklung ist fraglos die Kätzchenweide, von der es zahlreiche Wildformen und Züchtungen gibt. Sie lässt sich leicht vermehren und sollte an jedem Bienenstand vorhanden sein. Aufgrund ihrer Schnellwüchsigkeit bietet sie von Jahr zu Jahr exponentiellen Pollenzuwachs für die Bienenschar. Schaut euch bei uns einmal in nachfolgendem virtuellen Spaziergang um:

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Wärmeschrank in der Freizeitimkerei selbst bauen

#Wärmeschrank #Heizlüfter
Alte Heizlüfter ohne Kippschutz lassen sich auch legen.

Benötigte Teile

Das meiste wird ohnehin im Haushalt und der Hobbyimkerei vorhanden sein: Ein paar Kunststoffzargen, ein paar Holzteile zum Aufbocken des Fasses und ein Heizlüfter sowie ein Thermometer zur Temperaturkontrolle. Das alles kann nach Gebrauch dann leicht wieder weggeräumt oder seinem ursprünglichen Zweck zugeführt werden. So kann man die Kunststoffzargen im Sommer bei den Bienen verwenden und nichts steht im Weg herum.

 

Wer bisher keinen Heizlüfter besitzt und sich extra einen kaufen will, wähle den kleinsten, denn es muss nicht viel Raum erwärmt werden. Wichtig ist aber eine gute Regelbarkeit: Die Heizlüfter haben meist einen Schaltspielraum von mehreren Grad, so dass sie bspw. bei 39°C ausschalten und erst bei einer Abkühlung auf 35° wieder angehen. Nach dem Aufbau muss dies mit Hilfe des Kontrollthermometers genau austariert werden, da der Honig keinesfalls über 40°C erhitzt werden soll.

Eine genaue Anleitung zum Honigauftauen findet sich bereits auf unserer Homepage: Honig schonend verflüssigen

In nachfolgendem Video wird der Aufbau des Wärmeschranks, das Einpegeln der Temperatur und die Umkehrung des Kristallisationsprozesses im Honig gezeigt.

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Futterkranzprobe: Amerikanische Faulbrut ausschließen und Gesundheitszeugnis beantragen!

#Futterkranzprobe
Mit einem Esslöffel wird verdeckeltes Futter über der Brut entnommen.

Drei Wege zum Gesundheitszeugnis

Das Gesundheitszeugnis ist Voraussetzung, wenn man die Bienen verstellen oder auch nur Bienenköniginnen, Ableger oder Völker weitergeben möchte. Um ein Gesundheitszeugnis beim Veterinäramt des Landkreises, in dem sich der Bienenstand befindet, beantragen zu können, benötigt man aber zunächst eine gesundheitliche Untersuchung der eigenen Völker.

  1. Der sicherste Weg ist die Futterkranzprobe (s.u.).
  2. Teilweise werden auch Gemülluntersuchungen angeboten, die allerdings nur klinische Symptome (bei Ausbruch der Krankheit) nachweisen können.
  3. Untersuchung der Völker vor Ort (Amtstierärztin bzw. Bienenseuchensachverständige), bei der auch nur auf klinische Symptome geachtet werden kann.

Amerikanische Faulbrut (AFB/Bösartige Faulbrut)

Das winzige und ohnehin nur mit Spezialmikroskopen erkennbare Bakterium Bacillus larvae vermehrt sich über Zweiteilung und Sporenbildung (vgl. Friedrich Pohl: Bienenkrankheiten. Diagnose und Behandlung, Berlin 1995, S. 63). Im Labor, in das die Futterkranzprobe verschickt wird, muss die Kultur über etwa drei Wochen beobachtet werden, bevor befundet wird. So können bereits frühzeitig und vor Ausbruch der eigentlichen Krankheit auch niederschwellige Kontaminationen entdeckt werden.

 

Die Probenentnahme aus dem Bienenvolk

a) Zeitpunkt

Durch Auffütterung oder Massentracht werden die möglichen Proben zu stark verdünnt, so dass die Probe im späten Sommer vor der Auffütterung oder im Frühjahr vor Einsetzen der richtigen Tracht erfolgen soll (vgl. Merkblatt des LAVES-Instituts). Wenn die Proben jedoch für ein Gesundheitszeugnis dienen sollen, dürfen sie nicht zu alt sein (höchstens vom September des Vorjahres). Damit das Ergebnis rechtzeitig für die Beantragung des Gesundheitszeugnisses vorliegt, das i.d.R. von den Imkereien Anfang April für die Wanderung in den Raps, spätestens aber Mitte April für die Obstblüte bereits benötigt wird, können sie auch nicht zu spät gezogen werden: Spätestens Anfang März müssen die Völker daher bis zum Brutnest eröffnet werden. Daher ist eine genaue Wetterprognose wichtig: Am wärmsten Tag bei möglichst wenig Wind muss man an die Völker. Bei uns war das dieses Jahr der 3. März, an dem aber das Thermometer bei uns auch nur untere zweistellige Werte zeigte und die Bienen kaum flogen.

b) Vorgehen

Durch einen Blick in die Gassen des Brutraums sieht man schnell, wo das Brutnest sitzt. Die zu ziehenden Waben sollen möglichst mehrfach bebrütet sein und gedeckeltes Futter enthalten. Da pro Volk 30 bis 50 g zu entnehmen sind, fährt man mit dem Löffel an möglichst unterschiedlichen Stellen nahe des Brutnestes kratzend durch den Futterkranz, von dem vorher durch Rauchgabe die Bienen verscheucht wurde. Die Probe soll nur Futter und Wachs, aber keine Bienen, Bienenbrut oder Pollen enthalten! Ein zweiter Löffel hilft, sich der klebrigen Masse im Behälter zu entledigen: Ein sauberes Gefäß, in das ein großer Gefrierbeutel gehängt ist, nimmt dann die Proben von bis zu max. 12 Völkern auf. Auch wenn nur zwei oder drei Völker beprobt werden, müssen mindestens 100g für eine brauchbare Probe zusammenkommen. Der Vorgang wird in folgendem Video näher demonstriert:

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Mittelwände einlöten: Trafovergleich

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Die Qual der Wahl: Welcher Trafo taugt zum Einlöten. Die Antwort ist einfach.

Zweck des Trafos

Beim Einlöten der Mittelwand ins Rähmchen muss der Draht erhitzt werden. Das geschieht mittels elektrischer Energie. Hierfür werden Transformatoren (kurz "Trafos") genutzt, die den gefährlichen Wechselstrom, wie er aus der Steckdose kommt, in handhabbaren ungefährlichen Strom umwandeln sollen, der aber dennoch genügend Energie aufweist, um den Draht in kurzer Zeit hinreichend zu erhitzen. Zum Einlöten der Mittelwände gibt es bereits Artikel auf unserer Homepage: Einlöten der Mittelwände

 

Die richtige Wahl

Um die Pointe vorweg zu nehmen: Auch wenn wir sonst alle möglichen Tricks verraten, wie man einfach und minimalistisch in der Freizeitimkerei auskommt, sei das Ergebnis unserer Testreihe vorweggenommen: Zum Einlöten sollte es schon ein Profigerät aus dem Imkereifachhandel sein, wenn man nicht technisch versiert ist, sich selbst einen geeigneten Transformator zu bauen. Die meisten Transformatoren, die für andere Zwecke und Geräte gebaut oder zum Laden der Autobatterie gedacht sind, reichen für sich genommen höchstens im Notfall, wenn man Drahtbahn für Drahtbahn umständlich einzeln erhitzen will. Der gemessene Widerstand des Rähmchendrahtes liegt bei ca. 13 Ohm. Für das zügige unkomplizierte Einlöten ist schon die nötige Spannung (24 V Gleichstrom beim gekauften Gerät) und die passende Stromstärke (2,5 A) nötig, damit die richtige Leistung (60 W) erbracht werden kann. Die heutigen dicken Edelstahldrähte, die teils in vier Bahnen durchs Rähmchen laufen, werden sonst kaum heiß. In nachstehendem Film zeigen wir zwar, wie man durch Reihenschaltung künstlich die Spannung erhöhen kann, was aber nicht zum Nachmachen gedacht ist: Die zweckentfremdeten Geräte sind dafür nicht ausgelegt und mit elektrischer Energie soll lieber nicht gespielt werden (Verletzungs- und Brandgefahr). Etwa 50 € sollten für einen speziellen Einlöt-Transformator schon investiert werden, damit man die Freude an der Arbeit nicht verliert. Um unsere Homepage werbefrei zu halten, werden wir hier aber kein bestimmtes Produkt empfehlen. Wir haben auch nicht aktuelle am Markt befindliche Geräte miteinander verglichen.

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Uralt-Einlöt-Trafo: Hier liegt Wechselstrom(!) am Ausgang an. Auch dieses Gerät wird im Film getestet.

Historische Imkerei

Früher wurde Sicherheit noch kleiner geschrieben. Bei dem hier abgebildeten Transformator wird nur über einen Vorwiderstand der Strom gedrosselt, aber es liegt auch am Ausgang beim Messen ohne Rähmchen die volle Wechselspannung an. Die einzige Sicherheit besteht darin, dass beide Hände an den Holztasten den Kontakt herstellen. Das Gerät kommt im Original ganz ohne Kunststoff (auch ohne Bakelit) aus, woran man das Alter von ca. 80 Jahren abschätzen kann.  Dieses Erbstück wird für unseren Film auch noch einmal in Betrieb genommen und die Ergebnisse sind bestechend gut. Dennoch warnen wir ausdrücklich davor, derartige alte Trafos in der Imkerei noch einzusetzen, da sie den heutigen Sicherheitsanforderungen keinesfalls gerecht werden! Noch abenteuerlicher waren die alten Methoden, den Strom selbst über ein Gurkenglas mit Salzwasser zu leiten, in das man zwei Patronenhülsen baumeln ließ, an deren Enden die Drähte befestigt wurden: Was man heute als lebensgefährlich bezeichnen würde, hat mein Schwiegervater in der Imkerei noch miterlebt. Das haben wir im Film, den wir hier einbinden, aber nicht gezeigt:

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Imkern im März: Mittelwände einlöten!

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alter Einlöttrafo

Mittelwände bereithalten

Große Imkereien, die viele Völker bewirtschaften, bereiten bereits zum Ende des Winters alles vor und lagern fertig eingelötete Mittelwände samt Rähmchen staubdicht in Magazinen. Vorräte sind meist von Vorteil! Doch kein Stress: In der kleinen Hobby-Imkerei kann man die benötigten Mittelwände auch portionsweise am Wochenende vorher oder notfalls auch am Vorabend in die Rähmchen einlöten, wenn genügend Mittelwände vorrätig und die Rähmchen vorgespannt sind. Der eigentliche Einlötprozess ist nämlich schnell gemacht.
Aber auch das Spannen der Rähmchendrähte sollte nicht schon Monate vor Gebrauch geschehen, da die Spannung dann schon wieder nachgelassen haben kann. Die "Just-in-Time-Produktion" hat den Vorteil, dass nicht so viel Lagerkapazitäten an Magazinen oder Stauraum im Bienenhaus benötigt wird. Es reicht, wenn die Grundmenge für die ersten Eingriffe vorrätig ist.  Durch das Abräumen eingegangener Völker sowie durch die Abgabe oder den Verkauf von Jungvölkern stehen im Frühjahr zur Erweiterung der Völker vielleicht auch schon weitere Magazine wieder zur Verfügung. Wenn zu viele vorbereitete und fertig eingelötete Mittelwände im Bienenhaus hin und her geschubst werden oder z.T. sogar ungeschützt aufgehoben werden, ist das auch nicht gut: Die Mittelwände sollen frisch, unverstaubt und unzerbrochen in die Völker kommen!

 

Vorbereitung und Einlötvorgang

Die Mittelwände sollten zur leichteren Handhabung vorgewärmt werden. Dadurch wird auch die Gefahr gemindert, dass sie sich später im warmen Stock verwerfen. Auf dieser Homepage gibt es bereits einen ausführlichen Artikel zum Einlöten der Mittelwände, der das Wichtige erklärt: Mittelwände einlöten

 

Besonderheit bei wiederverwendeten Rähmchen

Die dortigen Bilder und Erklärungen beziehen sich auf neue Rähmchen. In nachfolgendem Film zeigen wir aber auch die Wiederverwendung aufbereiteter Rähmchen. Dort ist es schwieriger, den Stromkontakt herzustellen, weil die Drähte meist noch etwas verwachst und mit Kittharz überzogen sind. Die Kontaktstifte des Löttrafos müssen dann schon fester aufgedrückt und mit ihnen vielleicht auch etwas "gerubbelt" werden, bis der Strom fließt. Im Film werden die Aufmerksamen bemerken, dass unserem Jungimker dies nicht immer einfach gelang. Fertige "Lötstationen", die so gebastelt sind, dass das Rähmchen beim Einlegen schon selbst den Stromkreis schließt, helfen da erst recht nicht weiter. Man muss schon selbst die Pole in die Hand nehmen!

 

Film zum Einlöten der Mittelwände

In nachfolgendem Film wird der Vorgang demonstriert und erklärt, warum wir die Querdrahtung der Rähmchen bevorzugen. In einem späteren Film werden wir noch weitere Löttrafos und Notbehelfe austesten, die in der Imkerschaft verbreitet sind. Die Vergleiche sind auch sehenswert.

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