Bienenfamilie Ostfriesland

Wir sind eine kleine, aber feine Familienimkerei im Herzen Ostfrieslands. Bei uns wird Kleines ganz groß. 

Die Natur ist uns wichtig, deshalb kümmern wir uns liebevoll um unsere Bienen.

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Das Bienenhaus:

Unser "Bienenhaus" beherbergt nicht nur den Schleuderraum, eine kleine Holzwerkstatt und das Lager, sondern bietet auch Platz für sechs Völker, die wetterunabhängig bearbeitet werden können. 

 

Der Stuhl vor den Fluglöchern lädt zum Verweilen ein: Das Summen der Bienen und der herrliche Duft aus den Bienenstöcken entfalten eine nahezu hypnotische Wirkung.

 

Die meisten Völker stehen allerdings im Freien. Viele haben wir einfach im weitläufigen Garten verteilt, der bei uns nicht unbedingt nach ostfriesischem Vorbild gepflegt ist: Es dürfen auch Blumen in der Wiese blühen!


Beuten- und Rähmchendesinfektion: Was bringt's? - Wie?

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Thermische Rähmchendesinfektion: Joel hat Spaß mit der alten Vulcano-Lütlampe, die noch mit Benzin betrieben wird.

Wann und warum desinfizieren?

Jede Beute war früher vor der Neubesetzung mit einer Lötlampe innen abzuflammen. So wurde es mir vor vier Jahrzehnten noch beigebracht. Das war in einem Bienenhaus mit Hinterbehandlungsbeuten kein ungefährliches Unterfangen und musste streng beaufsichtigt werden.

 

Die Idee einer möglichst keimfreien Beute gilt heute hingegen weitgehend als überholt, da die meisten Keime "omnipräsent" sind und für eine Erkrankung meist mehrere Faktoren zusammenkommen müssen. Der Varroabelastung eines Volkes kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da die Varroa die Völker schwächt und selbst als Überträger etlicher Viren gilt. Auch sind andere Übertragungswege, wie Wabentausch und Bienenverflug, viel bedeutsamer als die mutmaßliche Belastung der kahlen Beutenwand mit Krankheitskeimen. Es macht wenig Sinn, eine unverdächtige Beute innen abzuflammen, um anschließend einen Sammelbrutableger mit Brutwaben aus X Völkern darin zu bilden. Das ist in doppeltem Sinne nicht "zeitgerecht". Ganz abgesehen davon, dass ein Sammelbrutableger nach unserer Auffassung auch nicht "bienengerecht" ist, weswegen wir maximal Bienen aus zwei Völkern vereinigen, was in größeren Imkereien so aber nicht unbedingt umgesetzt werden kann.

  

Heute imkern wir in unserer Familienimkerei und in den Schulimkereien ausschließlich mit Magazinen, teils in Kunststoffmagazinen. Ein Ausflammen ist die Ausnahme, auch bei den Holzmagazinen. Die Magazine dienen als Wabenlager, Wabenständer und Transportkiste und kommen wechselseitig bei verschiedenen Völkern, etwa bei der Honigernte, ständig direkt wieder zum Einsatz, ohne sie vorher auszuflammen.

 

Reinigung der Magazine

Meist reicht eine mechanische Reinigung, bei der mit dem Stockmeißel alte Wachs- und Kittharzreste abgekratzt werden. Sollte eine Beute einmal auffällig verkotet worden sein, macht die gründlichere Reinigung wie das Abflammen der Holzbeuten sowie die Säure- oder Laugenbehandlung der Kunststoffbeuten schon eher Sinn. Auch wird man so ggf. verfahren, wenn man benutzte Beuten unbekannter Herkunft erworben hat. Aber ansonsten wird auch bei eingegangenen Völkern i.d.R. kein Abflammen nötig sein: Die verbreitetste Ursache der Völkerverluste ist heute sicherlich die Varroa und die entsprechend eingegangenen Völker sind fast Bienenleer. Da gibt es nicht viel abzuflammen!

 

Wenn es doch einmal sein soll, weil z.B. die Beute innen verkotet wurde, kann man wie folgt verfahren: Wer einen Hochdruckreiniger hat, soll doch besser diesen zum Einsatz bringen und die Kunststoffbeuten mit heißem Wasser und entsprechendem Druck reinigen. Wir nutzen bei den Kunstoffbeuten falls einmal nötig die 60%ige Essigsäure, die wir ohnehin gegen die Wachsmotten einsetzen oder Alkohol (Brennspiritus) zur Reinigung der Kunststoffbeuten. Das meist überflüssige Abflammen der Holzteile werden wir unten dennoch genauer erklären und im Film demonstrieren.

  

Bei wirklich gefährlichen Keimen, nämlich der meldepflichtigen Bösartigen Faulbrut (AFB), wird man den amtlichen Anweisungen folgen, besonders gründlich vorgehen oder sogar besser einen sauberen Schnitt wählen: Ich kenne einen Fall, bei dem die Beuten in einem Erdloch gänzlich verbrannt wurden.

 

Gefahren-Nutzen-Abwägung

Einer unserer Grundsätze des Imkerns für die Familien- und Schulimkerei heißt "kindgerecht". Das hat Auswirkungen etwa bei der Wahl eines handlichen Wabenmaßes, stellt aber auch den Umgang mit Gefahrenstoffen in Frage, die in anderen Imkereien vielleicht üblich und zur Beutendesinfektion nötig sind: Säuren, Laugen und Feuer (außer im Smoker) kommen zumindest in der Schulimkerei möglichst nicht zum Einsatz. Wenn tatsächlich einmal eine Beute abgeflammt werden soll, weil sie z.B. verkotet ist, erledige ich das ohne Beisein der Kinder selbst. Zu Hause dürfen meine eigenen Kinder je nach Alter zwar mehr, aber auch da muss ich sie zumindest bei gefährlichen Arbeiten je nach Alter beaufsichtigen.

 

Die Empfehlungen für teils noch minderjährige Neuimker:innen in allen möglichen Veröffentlichungen, Foren, Filmchen, Vereinen oder Kursen, dass Beuten stets entsprechend zu desinfizieren seien, halte ich für fahrlässig: Die Gefahr einer Bienenvolkerkrankung wiegt doch deutlich schwächer als die Gefahr eines Bienenhausbrandes oder verätzter Augen. Auch wenn z.T. ganze Tauchbäder in Natronlauge oder sonstigen Flüssigkeiten empfohlen werden, ohne dass die Betroffenen damit richtig umzugehen wissen oder wie das Zeug später wieder umweltgerecht entsorgt werden soll, ist das problematisch!

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Nie wieder Mäusegitter! Auf den Flugschlitz kommt es an.

#Bienen #Flugloch #Bienenstock #Bodenbrett Beute
Ein 6 bis 7mm hoher Flugschlitz erleichtert auch den Zulauf: Biene dreht sich, um innen an der Front hochlaufen zu können. Die Verteidigung gelingt auch besser.

Hilferufe wegen Pollenfalle

Der Verdruss und Ärger in der Imkerschaft war dieses Jahr besonders groß, wenn man sich an die allgemeinen Empfehlungen mit den Mäusegittern hielt. Diese sollen ja erst jetzt zur Weidenblüte entfernt werden, aber 2021 boten warme Flugtage zur Hasel- und Erlenblüte bereits im Februar und März erstklassige Sammelmöglichkeiten für die aufstrebenden Bienenvölker. Viele erlebten nun ihr "gelbes" Wunder, wenn Sie an den Bienenstand kamen: Mancherorts sah es aus, als hätte ein Kieslaster seine Ladung vor den Völkern abgeschüttet, so viele verlorene Pollen lagen vor den Völkern. Pollen, der dringend für die Brutaufzucht benötigt worden wäre, da anschließend wieder ein Kälteeinbruch ohne Sammelmöglichkeit folgte.

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Frühjahrsdurchsicht einzargiger Ableger

#Bienenvolk #Ableger #imkern
Dieser Ableger sitzt ganz randständig rechts: Der Wabensitz soll neu ausgerichtet werden.

Minimalismus statt Raffinesse

Um die imkerlichen Betriebsweisen herrscht ein (Wett-)Streit, welche die bessere sei. Im Moment ist das Schieden im angepassten Brutraum wieder recht modern, was von anderen kategorisch abgelehnt wird. Wir sehen das gelassener und wollen auch unseren Neuimker/innen ermöglichen, ihren eigenen Weg zu finden.

Wir selbst schieden nicht und lehren das auch nicht, weil wir mit möglichst wenigen Eingriffen durchs Bienenjahr kommen wollen. Wir stellen damit aber andere Betriebsweisen nicht grundsätzlich in Frage.

 

Erste Völkerdurchsicht

Auch jetzt, Anfang April, haben wir längst noch nicht alle Völker durchgeschaut: Es reichte uns ein Anheben der Völker zur Gewichtskontrolle oder im Zweifel ein schneller Blick unter die Folie, ob noch verdeckeltes Futter zu sehen ist. Die Fluglochbeobachtungen zeigen uns, dass alles in Ordnung ist, wenn die Sammlerinnen eifrig Pollen eintragen. Da wir ohne Mäusegitter imkern, mussten wir noch nicht einmal diese entfernen und die Bienen konnten durch den freien Ausgang auch selbst ihr Bodenbrett vom Totenfall reinigen. Lediglich für die Futterkranzprobe zur Erlangung des Gesundheitszeugnisses mussten wir notgedrungen die Völker öffnen und einige Waben ziehen, wie wir bereits in gesondertem Beitrag gezeigt haben.

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